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IT-Trends 2021

Mehr Investitionen in die IT

Der Blick in die nahe Zukunft könnte den IT-Entscheidern Luft zum Durchatmen verschaffen. Denn die Analysten von Gartner prognostizieren für das Jahr 2021 ein weltweites Wachstum der IT-Ausgaben für Rechenzentren, Unternehmenssoftware, Endgeräte sowie für IT- und Kommunikationsservices um vier Prozent auf insgesamt 3,8 Billionen US-Dollar. Damit wird – nach einem mageren Jahr 2020 – ungefähr das Niveau von 2019 erreicht.

Eine besonders starke Erholung sei Gartner zufolge bei der Unternehmenssoftware zu erwarten, deren Budgetierung im aktuellen Jahr um 7,2 Prozent gegenüber 2020 zulegen könnte. Mit diesen Investitionen versuchten die Unternehmen weltweit, ihre Digitalisierungsbemühungen zu verstärken und beispielsweise Mobiles Arbeiten, virtuelle Aus- und Weiterbildung oder die durch KI getriebene Automatisierung zu forcieren.

Ausbau der IT-Infrastruktur
Das zweitstärkste Ausgabenwachstum mit 5,2 Prozent im neuen Jahr schreibt Gartner dem Ausbau der IT-Infrastruktur und der Rechenzentrumskapazitäten zu – kein Wunder angesichts der enormen Datenmengen, die aktuell und künftig beispielsweise für die Cloud-Migration, für Smart Data Analytics oder für den Aufbau von Supercomputern bewegt und ausgewertet werden müssen.

Die Analysten der Digital-Beratung Cloudflight sehen allerdings einen Rückgang unternehmenseigener Rechenzentren und ein überproportionales Wachstum bei den globalen Public-Cloud-Anbietern, den sogenannten Hyperscalern wie AWS, Google, Microsoft oder Tencent.

Industrieplattformen
Um mit dem notwendigen Wandel zu mehr Digitalisierung Schritt halten zu können und die Veränderungsgeschwindigkeit zu erhöhen, werden Unternehmen 2021 noch stärker auf Plattformlösungen zurückgreifen. Neben Cloud-Plattformen für IT-Infrastruktur und Anwendungsentwicklung spielen hier insbesondere Industrieplattformen, etwa für die industrielle Produktion oder das Lieferketten-Management, eine größere Rolle.

Im Ergebnis werden also mehr und mehr Unternehmen mit Wettbewerbern aus demselben Marktsegment dieselben Plattformen teilen, um so die Innovation und Effektivität ihrer Kernprozesse zu erhöhen. Kundenindividuelle Entwicklungen spielen immer weniger eine Rolle, während agile Entwicklungs-Communities wichtiger werden.

5G und »Intelligent Edge«
Wegen zunehmender Automatisierung, Telemedizin und KI müssen immer mehr Prozesse autonom und in Echtzeit stattfinden. Technologien wie 5G und dezentrale Edge-Clouds sind die Basis für die Umsetzung und kommerzielle Nutzung entsprechender Dienste und Anwendungen. Der 5G-Ausbau nimmt daher – und aufgrund des politischen Drucks – weiter an Fahrt auf. Gemäß einer Studie von Wind River Systems hat die Corona-Pandemie schon jetzt bei über 70 Prozent der Telekommunikationsunternehmen für eine schnellere Entwicklungs- und Einführungsphase ihrer 5G-Projekte gesorgt. Unter anderem durch den weiteren Ausbau des Edge-Computing wird das 5G-Wachstum weiter anhalten.

Vom Lieferanten zum Partner
Der Trend zu Plattformen erfordert auch einen Wandel in den Beziehungen zu den wesentlichen Technologielieferanten: vom klassischen Lieferanten-Management hin zu einem strategischen Partner-Management. Im Jahr 2021 werden Unternehmen daher ihre Sourcing-Strategien überarbeiten, um der »Ko-Innovation« mit wichtigen Partnern den Weg zu ebnen. Lieferantenverträge werden häufiger am gelieferten Mehrwert ausgerichtet, etwa im Sinne einer kürzeren Time-to-Market oder des Umsatzwachstums. Gleichzeitig tragen Cloud-basierte Verträge zu mehr Kostentransparenz und einem schnelleren Wandel bei.

Mehr Agilität
Für die IT-Leiter und CIOs wird in 2021 nichts einfacher. Es gilt weiterhin, die Kosten zu senken und parallel die Innovationen voranzutreiben. Denn der Wettbewerb ist groß, und die Pandemie hat die Digitalisierung in einigen Bereichen sogar beschleunigt.

Laut Gapgemini steigt in den Unternehmen die Bereitschaft, die Budgets schneller an die Marktveränderungen anzupassen. Die Fähigkeit zum permanenten Wandel und die Anpassung an jeweils neue Gegebenheiten – Stichwort Agilität – werden somit die IT-Strategien in diesem Jahr wesentlich prägen. Eine solide IT-Infrastruktur ist dabei die Voraussetzung, dass die Digitalisierung gelingt.